420 kg Total RAW

Im Jahr 2011 veranstalteten die Sportler/innen der Universität Leipzig zur Weihnachtszeit ein Kraftdreikampf-Turnier. Markus kannte ich – wie so oft im Leben über Freunde. Die Einladung ließ nicht lange auf sich warten. Das Angebot nahm ich dankend an und trainierte die folgenden Wochen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben. Am Wettkampftag erreichte ich ein Total von 420 kg RAW (SQ 140/ BP 110/ DL 170). „Die halbe Tonne schaffst du locker 2012“ scherzte Markus nach der Siegerehrung und bot mir eine gemeinsame Trainingseinheit an.

FRANtastische Trainingseinheit

Bis zur ersten Trainingseinheit vergingen Monate alles Andere war damals wichtiger. Im Sommer 2012 interessierte ich mich für „dieses komische“ Crossfit. Ich stolperte über diverse Begriffe wie Workout of the Day, Benchmark Workout und Kipping Pullups. Letztendlich entschied ich mich FRAN (21-16-9 Thruster/Pullups auf Zeit) durchzuführen. Nach 21 Thruster und 14 erbärmlichen Klimmzügen brach Markus mit den Worten „Ist das schon alles?“ das Training ab.

Wie, keine Bizepscurls mehr?

Trotz meiner Leistung bot Markus mir ein begleitendes Training bis zum nächsten Weihnachtsturnier 2013 an. Warum? Weiß ich so recht selbst nicht. Ich willigte ein und meine Wandlung sollte beginnen. Schnell formulierte Markus die Zielstellung, Projektname 500+X, sprich 500 kg Total RAW zum Weihnachtsturnier. Ebenso schnell folgten der erste Plan und die erste Ernüchterung: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Beugen, Drücken und Ziehen. Fragen über Fragen taten sich auf. Vier Tage die Woche Training, ernsthaft? Wie soll ich das Überleben? Was, kein Split-Training mehr? Warum keine Bizepscurls?

Blutige Unterarme und Baumstämme

Tag für Tag kämpfte ich mich – mehr oder minder begeisterst, durch die harten Trainingseinheiten durch. Die Langhantel wurde allmählich mein bester Freund. Nach zwei Wochen Training verdammte mich Markus –  kein Typ für halbe Sachen, zusätzlich noch zu einer wöchentlichen  Strongman-Trainingseinheit. In Kitzscher fand ich jedoch keine wohlgeformten Hanteln vor, lediglich ein Raum voller – wie ich es heute liebevoll nenne, Spielzeug. Atlas Stones, Bierfässer und Baumstämme. Keine Geräte, keine Popmusik, keine quatschenden Sportler. Hartes Kontrastprogramm, also. Wieder Fragen über Fragen: Kein aufgeräumtes Studio? Was soll ich eigentlich mit dem Zeug anfangen? Wie zur Hölle soll ich solche Lasten bewegen?

Und heute?

Seit meiner ersten Trainingseinheit mit Big M sind mittlerweile 15 Wochen vergangen. 15 Wochen lang Erschöpfung. 15 Wochen lang Muskelkater. 15 Wochen lang Total War beim Training. Was hat sich eigentlich geändert? Die Kraftwerte, sicherlich. Das körperliche Erscheinungsbild, klar. Die mentale Einstellung zum Training? Die Einstellung zum Leben? Bullshit! Wäre wohl meine Antwort vor 15 Wochen gewesen. Mittlerweile ist hartes Training fester Bestandteil meines Alltags. Nach neun bis zehn Stunden Arbeit hart zu Trainieren ist eine Wohltat für Geist und Körper. Das Gefühl bei und nach einem Wettkampf –unbeschreiblich. Viel wichtiger: Ich hab nach 15 Wochen das gesteckte Ziel erreicht. Auch hier:  Das Gefühl unbeschreiblich. 15 Wochen harte Arbeit, teilweise auch Verzweiflung, letztendlich belohnt.

Die Moral meiner kleinen Reise:

“If you want something. Got get it. Period.”

 In diesem Sinne, stay strong!

Alex

PS: Der Trainingsplan trägt mittlerweile den Namen Projekt 555+X