Ein erneut wettkampfreiches Jahr geht zu Ende. Insgesamt konnte an 20 Turnieren erfolgreich teilgenommen werden. Im RAW-Powerlifting wurde der DM-Titel in den Kniebeugen und Kreuzheben verteidigt und bei der WM reichte es zu 2x Silber. Im Strongman-Sport durfte ich als bester Newcomer 2011 nun endlich Deutschland-Cup-Luft schnuppern. Leider verfehlte ich knapp das Finale mit den stärksten zwölf Athleten aus Deutschland. Aber immerhin sicherte ich den 2. Platz bis 105kg ab und konnte viele neue Bestleistungen aufstellen. Im Gewichtheben war es 2012 relativ ruhig. Der Jahresbestwert lag gerade mal bei 145/185 und es gab nur einen internationalen Einsatz in Danzig/Polen zum Waldemar-Malak-Gedenkturnier.

Die Entdeckung des Jahres

Diese neue Sportart war bereits bekannt, man hatte gelegentlich ein Video gesehen, aber ist selber nie aktiv geworden. Doch ab Juli änderte sich das. Die Rede ist von CrossFit. Als man per Livestream die CrossFit Games verfolgte, bei denen phänomenale Leistungen von den Athleten/innen dargeboten wurden, wollte man sich spätestens zu dem Zeitpunkt selber austesten und schauen wie fit man ist. Die ersten Benchmark WODs wie Isabel, Grace, Fran etc. folgten. Der Schweiß floss in Strömen, die Lunge pumpte extrem, man hätte am liebsten vorzeitig aufgehört, aber zum Schluss war man froh, dass man durchgezogen hatte und konnte es kaum erwarten das WOD wieder auszuprobieren. Die erste öffentliche Challenge ließ nicht lange auf sich warten. Mit Maria ging es Anfang Oktober nach Dresden und wir beide konnten den Sieg bei der „1. CrossFit Dresden Challenge“ holen. Mit fünf harten WODs an einem Nachmittag bekam man eine klitzekleine Vorstellung wie es sich bei den Games anfühlen muss.

Vierte Sportart?

Das CrossFit Training lief eher nebenbei. Ein oder zwei Mal in der Woche übte ich verschiedene Skills wie Muscle Ups an den Ringen, Handstandlauf, Doubleunders etc. Die Ausdauerkomponente nahm ich nicht ernst. Dazu kam erst mal ein weiterer Erfolg. Im November konnte das Mittelgewicht bei der „#Occupy Strength Germany“ Challenge gewonnen werden, CrossFit Football war der Veranstalter. So ähnlich sollte es bei der Qualifikation für den CrossFit Wettbewerb „London Throwdown“ weiter gehen. Mit Hilfe von drei WODs konnten sich 150 Athleten aus Europa qualifizieren. Im ersten WOD (3 min Back Squat – max. Power Output) lief alles noch nach Plan, Platz 69 von 659. Doch im WOD 2 und 3 kam der große Einbruch (Platz 542 und 624 – gesamt 426). Die Doubleunders waren einfach noch zu unökonomisch, die Kipping-Technik bei den Klimmzügen kostete zu viel Zeit und allgemein fehlte es ganz stark an Ausdauer. Aufgeben? Gibt´s nicht! Die Welt schenkt einem nichts, der Kampf geht weiter.

Kalender platzt aus allen Nähten

Nicht nur an den Wochenenden ging es auf Reise. Die folgenden Daten sagen genug:

  • 03.10. – Int. Milo Barus Strongman Cup in Eisenberg (Team 1., Einzelwertung 2.)
  • 06.10. – CrossFit Challenge Dresden (Sieg)
  • 13.10. – 1. Bundesliga Gewichtheben in Eibau (Sieg)
  • 15.10. – Qualifikation CrossFit Munich Challenge in Berlin (Fail)
  • 28.10. – Deutsche Meisterschaft RAW-Powerlifting in Hamburg (Sieg)

Im November sah es nicht besser aus:

  • 09.11. –  CrossFit Football #Occupy Strength in Nürnberg (1. 160/240/150/280)
  • 13.11. – London Throwdown WOD 1 (Kniebeuge 110 kg 46x in 3 min)
  • 18.11. – WM RAW-Powerlifting in Berlin (240 und 287,5 kg)
  • 22.11. – London WOD 2 (7 min AMRAMP)
  • 24.11. – 1. Bundesliga Gewichtheben in Chemnitz (141/170)
  • 28.11. – London WOD 3 (75 Burpees, 75 Pullups, 75 Thrusters)

Da der Tag nur 24 Stunden hat und das Techniktraining für das Gewichtheben insgesamt doch zu kurz kam, musste eine vernünftige Entscheidung her. Außerdem überschneiden sich auch viele Wettbewerbe wie es zum Beispiel am letzten Wochenende war:

  • 15.12. – CrossFit Challenge in Basel
  • 15.12. – 1. Bundesliga Gewichtheben in Samswegen
  • 15.12. – Powerlifting, Bembel Cup in Groß-Zimmern
  • 16.12. – Worlds Strongest Man -110 kg in Kiew/Ukraine

Als der Anruf kam, dass eine Einladung für den Wettkampf in der Ukraine vorliegt, war die Freude natürlich groß. Doch Gewichtheben geht nun mal vor. Ich versuchte zwar beides unter einen Hut zu bringen (Bundesliga bis 19:30, Flug 23 Uhr von Berlin über Moskau nach Kiew, Sonntag 7 Uhr Ankunft, 15:00 Beginn Wettkampf), aber dem Veranstalter in der Ukraine waren die Reisekosten für den umständlichen, aber einzig möglichen, Hinflug zu hoch.

Powerlifting-Wettkämpfe adé

Der Entschluss steht – im neuen Jahr werden die Teilnahmen an den Powerlifting-Wettkämpfen wegfallen. Das heißt nicht, dass das Projekt 300 kg im Kreuzheben beendet ist. Eher bedeutet es, dass ich Zeit bzw. Geld für Anfahrt & Startgebühr spare, mich auf andere Wettkämpfe konzentriere und optimal vorbereiten kann. Wenn die magische Last im Training gelingt, ändert das nichts daran. 300 kg sind 300 kg. Fertig.

Ausblick für 2013

Im Frühjahr liegt der Fokus voll auf Gewichtheben und CrossFit. In der Bundesliga folgen nun noch drei Vergleiche, bei denen ich den Verein maximal unterstützen will. Zusätzlich werde ich den kompletten Januar nutzen um die Technik bei den Doubleunders, Muscle Ups, Butterfly Pullups etc. zu optimieren. Ab Februar muss dann die Kurz- und Mittelzeitausdauer verbessert werden, damit es bei den CrossFit Open am 06. März nicht wieder so eine böse Überraschung gibt, wie zur Qualifikation für London. Und mit dieser Vorbereitung sind dann die optimalen  Voraussetzungen für die Strongman-Saison ab April gegeben. Man kann gespannt sein, was das neue Jahr für Erfahrungen und Überraschungen bereithält.

Ein großes Dankeschön geht an meine Lebens- und Trainingspartnerin Maria. Ich bedanke mich bei meiner Familie, meinem Sponsor „Protein Store“ und all meinen Freunden für die Unterstützung im Jahr 2012.

„The only limitations one has are the ones they place on themselves.“ Muhammad Ali